Liebe auf der Spur

Sie ist schon ein außergewöhnliches Erlebnis, diese Liebe. Am Anfang unserer Existenz ist sie das Band zwischen Mutter und Kind, bedingungslose Nähe, reine Verbundenheit. Sie begleitet uns durch die Kindheit bis in die Jugend, hinein in die ersten Erfahrungen mit uns selbst, unserem Körper und unserer Sexualität. Irgendwann begegnet uns eine weitere Form: die Anziehung zu einem anderen Menschen. Mal ist sie körperlich eindringlich fühlbar, wie die sprichwörtlichen Schmetterlinge, die einem den Magen umdrehen, mal erfüllt sie jeden Winkel unseres Seins. Und ebenso tief reicht der Schmerz, wenn eine Liebe vergeht und in Kummer zerfällt. Die Liebe fließt durch alle Ebenen unseres Lebens, nimmt unterschiedliche Formen an und berührt dabei immer denselben Kern. Doch wo liegt ihr Ursprung?

Einst sagte mir eine liebe Freundin, die Liebe auf eine besondere Weise gespürt und weitergegeben hat: Die Liebe entspringt der Mitte. Also machen wir uns auf den Weg dorthin. Immer tiefer. Bis zu einem galaktischen Mittelpunkt der Liebe, bis in die Mitte von Mutter Erde, bis an den Punkt, von dem aus alles auseinanderströmt. Wenn Liebe aus einer Quelle in alle Richtungen fließt, ins Licht ebenso wie in den Schatten, trägt jeder ihrer Ströme etwas von diesem Ursprung in sich. Sie kann uns erheben, erschüttern, berauschen oder bis an den Grund unserer Gefühle führen. Ihr Wesen bleibt dasselbe. Ein Tropfen dieser Quelle genügt, um Wertschätzung und Verbundenheit von Zelle zu Zelle durch uns wandern zu lassen, nach innen und weiter hinaus in die Welt. Liebe wird so zu Lebensenergie. Denn was wären wir ohne sie?

In ihrer Dualität begegnet ihr die Angst. Sie zieht uns zusammen, verdunkelt den Blick und lässt uns den Weg zur eigenen Mitte verlieren. Doch zwischen Angst und Liebe verläuft ein goldener Faden. Selbst im tiefsten Dunkel können wir nach ihm greifen. Blind, tastend, mit offenem Herzen. Wir folgen ihm durch die Enge, durch alte Verletzungen und durch jene Räume in uns, in denen wir uns selbst verloren haben. Am anderen Ende dieses goldenen Fadens liegt die Liebe. Und manchmal besteht der ganze Weg darin, ihn wieder in die Hand zu nehmen.

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„Liebe auf der Spur“
Handgeschöpftes Büttenpapier 21,5 x 21,5 cm,
Fine-Art-Druck auf Canon Pro-300, Bleistift, Tusche-Fineliner, Aquarellstift, Acrylfarbe, Blattgold