In der Liebe zu bleiben II/II
Ich kehrte heim in die Liebe. Weil ich es fühlte. Die äußere Situation blieb dieselbe. Auch in mir war dieser Riss noch spürbar, diese Kluft, dieses Ungewisse. Und doch begann etwas zu heilen. Denn in der Liebe zu bleiben, auch wenn der Verstand ganze Welten erschaffen möchte, bedeutet, dem Leben zu vertrauen. Es bedeutet, sich dem Moment zu schenken, ohne sich von seinen Erscheinungen vereinnahmen zu lassen. Es bedeutet, die inneren Programme zu erkennen – ihre Kraft, ihre Dynamik – und ihnen mit dem Licht des Herzens zu begegnen.
Und so geschah Wandlung. Ein tiefes Beruhigen. Ein inneres Programm, das bis dahin auf Schutz, Kontrolle und Rückzug ausgerichtet war, begann zu verstehen, dass es in der Liebe gehalten ist. Dass es sich zeigen darf. Und so tauchte in mir eine Frage auf: Für wen, über mich hinaus, könnte diese Liebe wirken? Welche Räume berührt sie, wenn ich in ihr verweile? Welche Türen öffnet sie, auch dann, wenn sich im Außen scheinbar nichts bewegt?
Denn was ich spürte, war mehr als ein Gefühl – es war ein Raum. Der Raum der Liebe. Und dieser Raum ist grenzenlos. Er urteilt nicht. Er trägt Verbindung, auch wenn der Kopf Trennung sieht. Er schenkt Licht, selbst wenn die Bilder dunkel erscheinen. Er öffnet Wege, auch wenn keine sichtbar sind. Und so wurde der Satz in der Liebe zu bleiben zu mehr als einer Haltung. Er wurde Teil meiner Wahrheit. Zu einer Kraftquelle, die mich durch alles trägt, was ist.
Denn in der Liebe zu bleiben bedeutet, bei sich zu bleiben. Sich selbst treu zu sein – im Denken, im Fühlen, im Erleben. In der Mitte zu stehen, das Licht zu spüren, das Licht zu sein. Alles zu halten, was kommt. Weil die Liebe selbst die Stärke ist. Und so wünsche ich mir, dass dieser Satz im Alltag atmet: als Begleiter, als Orientierung, als stiller Leuchtturm.
Denn mein Herz, dieser Raum in mir, zeigt mir mehr als jedes furchterregende Szenario. Es zeigt mir die Weite. Die Möglichkeiten. Das Wachstum. Die Heilung. Die Verbindung. Und vielleicht auch das, worum es im Tiefsten immer ging: zu lieben – mit allem, was ist.
„In der Liebe zu bleiben II/II“
Handgeschöpftes Büttenpapier 21,5 x 21,5 cm,
Bleistift, Tusche-Fineliner, Aquarellstift, Blattgold


