Frieden in mir

Wenn im Inneren die Stürme wüten. Wenn der Verstand sich in Szenarien austobt, die er spinnt, Auswege sucht aus Situationen, die schmerzhaft sein könnten, und dabei jede Regel bricht, nur um dem zu entgehen, was er fürchtet zu fühlen. Wenn der Wirbel sich in Endlosschleifen wiederholt und uns eintrichtern will, es gäbe nur diesen einen Ausweg – jenen, der dem Ego in die Karten spielt, dem verletzten Stolz, der unerwiderten Liebe, dem Wunsch, einer drohenden Einsamkeit zuvorzukommen.

Wo ist dann der Frieden? Er zeigt sich, wenn sich der Verstand beruhigt und wir beginnen, mitten im Sturm in unser Herz hineinzuhorchen. Das Außen mag bestätigen, was den Sturm in uns ausgelöst hat, und zugleich lässt uns das Herz spüren, dass auch dies in Ordnung ist und wir dem nachfühlen dürfen. So entsteht Frieden weniger durch die Beruhigung äußerer Umstände als durch deren Annahme und durch das Gefühl, das sie in uns hervorrufen. Wir dürfen mit unserem Herzen diesem Gefühl folgen, bis in jene Tiefe, in der es sich entschlüsselt und seine Wahrheit preisgibt.

Das ist der Frieden, den wir erfahren können: den Sturm stürmen zu lassen, seine Botschaft dem Herzen zu übergeben, sie dort zu fühlen und zu erkennen – bis aus dem Sturm selbst der Weg in den Frieden entsteht.

„Frieden in mir“
Handgeschöpftes Büttenpapier 21,5 x 21,5 cm,
Fine-Art-Druck auf Canon Pro-300, Bleistift, Tusche-Fineliner, Aquarellstift, Acrylfarbe, Blattgold