Eine Geschichte vom Aufstieg II/VIII

„Hingabe – Vertrauen in den Kreislauf“
Am Fuße des Berges mündet eine Quelle, dort verdichtet sich mein Weg. Hingabe zeigt sich als bewusste Teilnahme am Kreislauf von Sammlung und Ausdehnung, als inneres Einwilligen in das Strömen des Lebens selbst. Ich folge dem Pfad bis dorthin, wo die Quelle aus der Erde tritt, still und gegenwärtig. Ihr Wasser entspringt klar und tragend, als erinnerte es sich an seinen Ursprung. In ihrer Nähe weitet sich mein Atem, und mit ihm öffnet sich ein Raum, der sammelt und trägt.

Klang wird Bewegung, Bewegung wird Erinnerung. Ein weißer Schwan zeigt sich, geboren aus dieser Schwingung, ruhig und wach. Lautlos zieht er seine Bahnen, und mit jeder Runde findet etwas in mir zusammen, das lange vereinzelt war. Hingabe zeigt sich als Lauschen auf den natürlichen Rhythmus, der allem innewohnt. Die Quelle fließt stetig, sammelt sich, tritt hervor, verteilt sich und kehrt in sich zurück.

Während ich mich diesem Kreislauf öffne, weitet sich das Persönliche und bewahrt seine Tiefe. Familie, Wege und Begegnungen fügen sich in ein größeres Gefüge ein, eingebettet und getragen. Erinnerungen wandeln sich zu Linien, die Halt geben. Der Schwan hält den Raum, ruhig und stetig, und Vertrauen wächst aus sich selbst heraus. Die Erkenntnis wird spürbar: Ganzheit liegt im Erinnern.

Im Ursprung ist alles bereit. Die Quelle fließt durch die eigene Mitte, klar und frei. Hingabe zeigt sich als sanftes Nachgeben an das, was in Bewegung ist. Der Atem wird zum Gefäß, das klärt und verbindet. Ich folge dem Strom mit dem Herzen, lasse mich von ihm tragen, und aus dieser Anbindung wächst Stille – dicht, lebendig und bereit, den nächsten Raum zu öffnen.

„Eine Geschichte vom Aufstieg II/VIII“
Handgeschöpftes Büttenpapier 21,5 x 21,5 cm,
Bleistift, Tusche-Fineliner, Aquarellstift, Blattgold, Turmalin Edelstein