Eine Geschichte vom Aufstieg VI/VIII
„Herzkammer – Einheit im Innersten“
Im ersten Moment noch von Mauern durchzogen, falle ich in mein Zentrum. Der Atem wird grenzenlos in beide Richtungen. Meine Präsenz entschlüsselt, der Stein öffnet sich vom Spalt zum Tor. In tiefer Demut und Dankbarkeit betrete ich die Kammer meines Herzens und spüre die Liebe, die sie in sich trägt. Licht und Schatten begegnen sich hier als gleichwertige Kräfte eines größeren Ganzen. Der Raum zeigt sich als Tempel der Ganzheit, getragen von Säulen. Wesen aus verschiedenen Ebenen teilen diesen Ort. Ihre Präsenz ist ruhig und gesammelt, jede Gestalt steht genau dort, wo sie hingehört, getragen von einer Ordnung jenseits aller Bewertung.
In der Mitte ruht ein aufrechtes Auge, leuchtend und klar. Es steht für Wahrnehmung in reiner Präsenz, für ein Sehen in Offenheit und Weite. Sein Blick durchdringt sanft und bringt Ordnung in das Innere. Ich lege ab, was mich bis hierher begleitet hat, lasse Zeichen und Werkzeuge zurück und stehe mit offenem Herzen und klarem Blick. Der Raum antwortet mit Wärme und erkennt diese Bereitschaft.
Worte steigen auf, klar und ruhig, wie ein innerer Schwur:
Ja. Ich. Bin. Liebe. Danke.
Aus meiner Mitte beginnt ein Leuchten. Farben fließen durch den Tempel, und Präsenz verdichtet sich zu Einheit. Die Erkenntnis wird spürbar: Liebe ist ein Zustand der Gegenwärtigkeit. Aus dieser Sammlung richtet sich der Weg neu aus, hinein in eine grenzenlose Verbindung mit allem.
„Eine Geschichte vom Aufstieg VI/VIII“
Handgeschöpftes Büttenpapier 21,5 x 21,5 cm,
Bleistift, Tusche-Fineliner, Aquarellstift, Blattgold


