Schwarzer Lotus
In den Gefilden der unendlichen Dunkelheit, dort, wo das Schwarz in seinen grenzenlosen Facetten waltet, wächst ein besonderes Geschöpf der Schattenwelt. Wer diese Welt betritt, entdeckt weit mehr als Finsternis. Hinter ihren Schleiern offenbaren sich Schönheit, Tiefe und eine eigene Form der Liebe. Das Schwarz trägt unzählige Nuancen in sich. Schon der kleinste Lichteinfall des Mondes bringt es zum Schimmern und lässt seine verborgenen Strukturen sichtbar werden.
Es bringt sich zum Ausdruck, zeigt sein Wesen, lüftet sein Geheimnis und erzählt von längst vergangenen Zeiten. Wer bereit ist, wirklich zu sehen, begegnet ihm – dem Schwarzen Lotus – in seiner Blüte, in seiner Vollkommenheit.
Er gehört zu den edelsten Geschöpfen der Schattenwelt und zugleich zu den weisesten. Seine Wurzeln reichen in Bereiche, die kein Lichtstrahl erreicht. Dort findet er Halt. Dort beginnt seine Kraft. Aus den tiefsten Schichten der Dunkelheit wächst er empor und tritt in Wechselwirkung mit allem, was dort ruht.
So trägt er die Geheimnisse vergangener Welten an die Oberfläche und nährt seine Blätter mit dem Wissen uralter Geschichten.
Durch den Schwarzen Lotus offenbart sich ein zentraler Punkt im Gewebe des Seins. Eine Synapse, die sich weit über bekannte Grenzen hinaus ausdehnt. Sie wächst, tastet sich voran, erweitert das Feld und ergründet die Tiefe der Dunkelheit mit all ihrer Liebe. Denn der Schwarze Lotus lebt von diesen Geschichten, von diesen Räumen. Es ist Liebe, die er durch seine Wurzeln in Bewegung setzt.
Er schenkt der tiefsten Dunkelheit das, wonach sie sich seit Anbeginn sehnt: gesehen zu werden, geliebt zu sein und ihren Platz im großen Ganzen einzunehmen.
Als Pendant zum Schwarzen Lotus wächst der Weiße Lotus in den lichten Gefilden. Auch er sendet seine Wurzeln aus, hinein in feinstoffliche Räume, durchzogen von höheren Schwingungen. Aus seiner Mitte heraus wirkt er, getragen von Licht und Liebe.
Gemeinsam arbeiten Schwarzer und Weißer Lotus in der Verbindung der Ganzheitlichkeit. Sie dehnen sich in beide Richtungen aus – in Licht und Schatten, in das Weibliche und das Männliche, in die Pole des Daseins. Sie erkunden, verbinden und bilden eine lebendige Achse, ein Werkzeug der Einheit.
So wird der Schwarze Lotus zu einem kraftvollen Wesen im Gewebe des Ganzen. Denn mit der Ausdehnung der Dunkelheit wächst auch das Licht. Das Licht fällt. Die Dunkelheit steigt. Und in dieser Bewegung wird das Band zwischen den Welten gewebt.
Ohne beide gäbe es kein Wachstum, keine Verbindung und keine Ausdehnung in Liebe.
„Schwarzer Lotus“
Handgeschöpftes Büttenpapier 21,5 x 21,5 cm,
Fine-Art-Druck auf Canon Pro-300, Bleistift, Tusche-Fineliner, Aquarellstift, Blattgold


